Holzereiarbeiten im Brüelwald
- Forstbetrieb Leberberg
- 16. März
- 3 Min. Lesezeit

Liebe Waldbesuchende
Am 7. Februar konnten wir gegen 30 Personen im Brüelwald begrüssen und auf einem Rundgang erklären, was es heisst, zu holzen. Danke an alle, welche die Gelegenheit wahrgenommen haben. Wir hatten das Gefühl, dass wir auf Verständnis gestossen sind und zumindest aufzeigen konnten, warum geholzt wird und welche vielfältigen Auswirkungen das Fällen von Bäumen hat.
Wir sind uns bewusst, dass ein Holzschlag im Brüelwald – gerade in der heutigen Zeit, wo sich viele Menschen grosse Sorgen um unsere Natur machen – Emotionen oder gar Erschrecken auslösen kann.
Das Fällen von Bäumen mit der Motorsäge und schweren Traktoren ist eine sehr anspruchsvolle Arbeit für die Forstwarte. Die Mitarbeiter des Forstbetriebes Leberberg sind alle bestens geschulte Fachleute, Naturliebhaber und wissen was sie tun und dies mit Leidenschaft. Bevor jeder einzelne Baum gefällt wird, wird eine lange Reihe von Überlegungen mit präzisen und objektiven Kriterien angestellt wie z.B.: Gesundheitszustand, Baumartenmischung, gute Entwicklung von Zukunftsbäumen, Förderung der Verjüngung durch angepassten Lichteinfall, Bäume mit besonderen ökologischen Werten, Sicherheits- und Schutzaspekte. Die finanziellen Aspekte dienen zur Abdeckung der Kosten nicht zum Erzielen von grossen Gewinnen. Diese Arbeiten werden nur ca. alle 6-8 Jahre durchgeführt (dies ist der fünfte Eingriff seit dem Sturm Vivian von 1990. Und dies hat man dem Wald vor dem aktuellen Neueingriff auch nicht mehr angesehen).
Die sorgfältige Arbeit vom Forstbetrieb Leberberg zeichnet unsere Wälder aus, macht sie stabil, gesund, vielfältig und resilient. Der Brüelwald unterliegt einer Vereinbarung zum Schutz und zur Förderung von Eichen und beherbergt einige der schönsten Exemplare des Forstrevieres. Wie überall im Leberberg, werden Bäume mit Spechthöhlen geschont, und die Struktur- und Baumartenvielfalt steht im Vordergrund. Nicht ohne Grund hat der Forstbetrieb Leberberg den Walder-Preis 2019 erhalten. Dies zeichnet das vielseitige und langjährige Engagement zu Gunsten von Wald und Natur durch eine naturfreundliche Waldbewirtschaftung aus.
Die Holzernte erfolgt da, wo Holz wächst, ist anspruchsvoll und für alle sichtbar. Geerntet wird nur was nachwächst; wir schöpfen sozusagen den Zins ab. Es sollte dazu nicht vergessen werden, dass der nachwachsende Rohstoff Holz den kleinsten CO2-Fussabdruck unserer Baustoffe hat. Es wäre ein schwerwiegender Fehler, auf ihn zu verzichten. Das geerntete Holz wird fast ausschliesslich in der Schweiz verarbeitet und gelangt auf die eine oder andere Weise wieder zu uns in den Haushalt. Sei es als Möbel, als Dachstock, als Besenstiel oder ganz einfach um nicht zu frieren.
Für unsere Waldarbeit im «Schaufenster» werden wir zunehmend kritisiert. Heutzutage ist es ein Leichtes, sich via Soziale Medien «Luft» zu verschaffen. Man macht ein Foto, kreiert den passenden Text und postet das Ganze im Netz. Das grosse Ganze wird dabei regelmässig ausgeblendet. Den Forstbetrieb lässt das nicht kalt und er nimmt diese Entwicklung sehr ernst. Die Bedürfnisse der Waldbesucherinnen und Waldbesucher sind uns wichtig. Das ist einer der Gründe, warum geholzt wird. Ein Naherholungsgebiet muss gepflegt werden, der Waldbesitzer ist verpflichtet, eine gewisse Sicherheit für die Erholungssuchenden zu gewährleisten. Nicht zu vergessen sind auch die dort ansässige Waldspielgruppe und die vielen Schulklassen, die in den Genuss von Waldpädagogik im Brüelwald kommen. Ohne diese Maßnahmen wäre der Wald unzugänglich und gefährlich. Es versteht sich von selbst, dass diese Arbeiten nicht mit einem Rasenmäher zu bewältigen sind, sondern mit Forstmaschinen, welche die Sicherheit unserer Forstwarte gewährleisten.
Es sieht während der Ausführung – und gerade bei Dauerregen – «schlimm» aus. Der Wald wird quasi zur Baustelle! Ist das Holz gelagert, die Strassen und Weglein geputzt und haben die Bäume wieder Blätter, sieht man kaum noch etwas von den Spuren der Arbeit. Der Brüelwald wird wieder zur Gratisarena.
Wir wünschen ihnen eine warme Stube und einen schönen Frühling!
Das Forstteam und die Bürgergemeinde Selzach

















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